
Kuhnigunde, wie alt ist der Sattler-Hof?
Der Sattler-Hof ist über 300 Jahre alt. Gezeigt wird hier im Bergbauernmuseum die Zeit um 1920, als eure Uroma noch ein Kind war.
Das Äußere des Sattler-Hofs wurde 2007 von Schöllang nach Oberstdorf versetzt. Alle Bauteile wurden nummeriert und Stück für Stück ab- und hier wieder aufgebaut. Übrigens: Die heutige museale Ausstattung besteht nicht nur aus Originalen vom Sattler-Hof, sondern aus Exponaten verschiedener Herkunft.


Kuhnigunde, was bedeutet das, alles unter einem Dach?
Im Allgäuer Bauernhaus befanden sich Wohnung, Stall, Tenne und Heustock unter einem Dach. Dies hängt mit dem oft regen- und schneereichen Wetter im Allgäu zusammen. Man konnte bei schlechtem Wetter auch bei der Arbeit unter Dach bleiben. Der Wohnteil lag oft im wettergeschützten Osten.
Stall und Heustock im Westen hielten Wind und Regen von den Wohnräumen fern. Der „Schild“ auf der „Wetterseite“ hatte deshalb keine Fenster und war komplett mit Brettern verschalt. Da das Bauernhaus im bergigen Süden auf relativ kleiner Grundfläche gebaut werden musste, gab es in der Regel zwei Stockwerke.


Kuhnigunde, was ist ein gestricktes Haus?
Um ein Bauernhaus zu bauen, brauchte man noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts viele Hände. Alle Balken wurden mit Axt und Breitbeil von Hand aus langen Baumstämmen herausgehauen.
Die fertigen Balken wurden waagrecht aufeinandergelegt und an den eingekerbten Ecken ineinandergefügt. Diese Eckverbindungen wurden „Schloss“ oder „Strick“ genannt. So erklärt sich die Bezeichnung „gestricktes Haus“ für einen solchen Blockbau. Im Anschluss wurden die Balken mit Holzstiften fest verbunden. Zur Abdichtung wurden die Fugen sorgfältig mit Moos ausgestopft.


Kuhnigunde, wozu wird der Sattlerhof im Museum genutzt?
Im Erdgeschoss könnt ihr sehen, wie eine Bergbauernfamilie vor ca. 100 Jahren gelebt und gearbeitet hat, welche Arbeiten im Laufe des Tages anfielen, welche Kleidung getragen wurde und was es zum Essen gab, wie die Betten aussahen oder was die Kinder in der Schule lernten.
Im ersten Stock liegen die Räume für unsere Museumspädagogik. Wir bieten Kurse für Familien, Kinder- und Erwachsenengruppen an. Nach einer kurzen Führung dürfen die Teilnehmer selbst mit anpacken und ausprobieren. Zur Wahl stehen Themen wie Buttern, Käsen, Brotbacken, Allgäuer Küche, Filzen oder Wild- und Gartenkräuter. Weitere Informationen bekommt ihr an der Kasse oder auf unserer Internetseite.
